Augen zu und durch
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Marketingmitteilung
Thomas Meyer zu Drewer
Leiter öffentlicher Vetrieb ETFs bei Amundi Deutschland

Es ist Herbst. Und damit die Zeit für Börsen- und Anlegertage nach einem bisher durchaus turbulenten Jahr. War die Stimmung zu Anfang des Jahres recht gut, änderte sich das schlagartig Anfang April, als mit der Verkündung des sogenannten Liberation Day plötzlich das Schreckgespenst Zölle einzog. In der Folge korrigierte zunächst nicht nur der DAX scharf. Nach den deutlichen Verlusten des Deutschen Aktienindex am 4. April, einem Freitag, war der Börsentag in München am folgenden Tag besonders gut besucht. Es herrschte in Teilen Ratlosigkeit, wie es wohl weitergehen könnte. Und dann kam der Montag danach: In der Eröffnung verlor der DAX weitere zehn Prozent. Bei manchen Anlegern machte sich ein ungutes Gefühl breit.
Heute, sechs Monate später, wissen wir, dass sich vor allem die seit Jahresanfang stark in Verruf geratenen Technologiewerte in den USA wieder erholt haben, ja sogar als Treiber des anhaltenden Börsenaufschwungs gelten. Viele Indizes haben mittlerweile neue Allzeithochs erreicht, auch wenn deutsche Anleger und Anlegerinnen davon weniger profitiert haben, da der US-Dollar gegenüber dem Euro deutlich schwächer geworden ist. Der DAX hat sich unter Schwankungen Anfang Oktober 2025 sogar der Schallmauer von 25.000 Punkten angenähert. Der Goldpreis ist in diesem Jahr von einem Hoch zum nächsten gesprungen und hat im Oktober 2025 die Marke von 4.000 US-Dollar pro Feinunze Gold nachhaltig überschritten. Und auch die Inflationsrate, das Sorgenkind der vergangenen drei Jahre, scheint die Zielmarke der EZB von zwei Prozent wieder zuverlässig erreicht zu haben. Viele Ökonomen sind zuversichtlich, dass diese Zielgröße im kommenden Jahr sogar unterschritten werden könnte. Gleichzeitig hat die Schwäche des US-Dollars, die verschiedene Gründe hat, bislang vielen Schwellenländern gutgetan. Erstmals seit einigen Jahren konnte der Schwellenländer-Index MSCI Emerging Markets sein Pendant, den MSCI World, der die Wertentwicklung von rund 1.300 Werten aus 23 industrialisierten Ländern abbildet, wieder einmal überflügeln. An dieser Stelle könnte ich noch viele weitere, teils widersprüchliche Entwicklungen aufzählen. Die Frage, die sich für viele Marktteilnehmer stellt, ist: Was tun? Noch einsteigen? Oder vielleicht sogar besser aussteigen, weil das im April nicht gelungen ist und weil viele Indizes seitdem bereits Rekordwerte erreicht haben? Dann aber bitte nicht vergessen, rechtzeitig über Anlagealternativen nachzudenken. Mit Zinserträgen allein lässt sich nach Inflation langfristig nur schwerlich Vermögen aufbauen. Das Stichwort dabei: Realzins, also die Differenz aus dem Nominalzins, den ich als Anleger oder Anlegerin als Zinsertrag und als nominalen Rückzahlungsbetrag Jahre später erhalte, und der Inflationsrate in der Zeit dazwischen.
Konkret gefragt: Ist der jetzige Zeitpunkt überhaupt noch geeignet für einen Einstieg in den Aktienmarkt? Ehrliche Antwort und aus eigener Erfahrung gesprochen: Das weiß niemand. Aber es lassen sich einige Erkenntnisse aus der Vergangenheit gewinnen. Zunächst einmal gibt es nicht den einen optimalen Einstiegszeitpunkt. Allenfalls in der Rückschau ist dieser zu identifizieren. Was sich aber mit großer Sicherheit sagen lässt, ist, dass für Langfristanleger jeder Tag ein passender Einstiegszeitpunkt sein kann. Ganz besonders gilt dies für diejenigen, die Vermögen über Sparpläne aufbauen. Schwankungen, d.h. Volatilität, sind wichtig, um langfristig an der Börse Erfolg haben zu können. So werden bspw. beim regelmäßigen Sparen bei niedrigeren Kursen mehr und beim nächsten Mal bei höheren Preisen automatisch weniger Anteile gekauft. Und wenn Sie auf vergangene Krisen zurückschauen, dann sind alte Höchstkurse immer das, was der Name schon sagt – nämlich alt. Und sie wurden stets von neuen Höchstkursen übertroffen. Eine zusätzliche breite Streuung der Anlagerisiken kann dabei nur von Vorteil sein.
Das Ergebnis? Was den deutschen Aktienmarkt am Beispiel des DAX betrifft – oder eine globale Anlage anhand des MSCI World Index –, so können Sie realistische Renditen sehr gut aus den jeweiligen Renditedreiecken auf der Webseite des Deutschen Aktieninstituts (www.dai.de unter der Rubrik Renditedreiecke) abrufen. Die Schlussfolgerung: Es kommt dieser Tage einmal mehr darauf an, einen langfristigen Anlagehorizont zu haben und nicht „alle Eier in einen Korb zu legen“ – sprich: breit aufgestellt zu sein.
Und es gibt noch zwei weitere Erkenntnisse. Diejenigen unter Ihnen, die Gold bewusst zur Streuung in das eigene Portfolio aufgenommen haben, sollten prüfen, ob der Goldanteil noch den eigenen Vorstellungen entspricht, kann der starke Anstieg des Goldpreises doch zu einem deutlich höheren Gewicht dieser Anlageklasse als ursprünglich geplant geführt haben.
Und was ist, wenn Sie bereits angelegt sind, aber von den gegenwärtigen Veränderungen beunruhigt sind? Dann kann vielleicht helfen, was mir ein Anleger am Ende eines längeren Gesprächs am vergangenen Wochenende zurief: „Ich bin Langfristanleger. Augen zu und durch ist für mich schon immer die beste Strategie gewesen.“
In dieser Ausgabe:
Lesen Sie die aktuelle Ausgabe von „Die Welt der ETFs", dem digitalen Anlegermagazin von Amundi ETF.
Diversifizierung garantiert keine Gewinne und keinen Schutz vor Verlusten.
SFDR
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Stand: 05.01.2026
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